Walter Koenig und Patrick Stewart – Zum letzten Geleit zweier galaktischer Legenden

Michael Sagenhorn/ Oktober 30, 2026/ Kino und Film/ 0Kommentare

In kürzester Zeit hat das Star Trek-Fandom zwei großartige Darsteller von legendären Charakteren verloren.

Am 25. Oktober 2026 verstarb Walter Koenig, der sympathische Schauspieler, der die originale Stammcrew der Enterprise mit seiner Darstellung des Pavel Chekov bereichert hat. Walter Koenig wurde 90 Jahre alt.

Am 28. Oktober 2026 ist auch Patrick Stewart zu seiner letzten Reise aufgebrochen. Er verkörperte den Raumschiff-Captain Jean-Luc Picard mit einer unvergleichlichen Würde. Patrick Stewart wurde 86 Jahre alt.

Als ich als kleiner Stöpsel mit Star Trek (Raumschiff Enterprise) zum ersten Mal in Berührung gekommen bin, war es in erster Linie nicht der geheimnisvolle Spock, der entschlossene Kirk oder der nörgelnde McCoy, zu denen ich einen Draht gefunden hatte, sondern – gemeinsam mit Scotty – der junge Pavel Chekov, der mal am Steuerpult, an der Wissenschaftskonsole oder an der Waffenkonsole oft einen munteren Spruch in seinem typischen russischen Akzent zum Besten gab. Unvergessen sein Running Gag, dass dies uns das in „Mütterchen Russland“ erfunden wurde.

Doch Walter Koenig konnte auch anders! Ganz anders. Denn der freundliche Pavel Chekov ist nicht die einzige Rolle, für die er bei mir in Erinnerung bleibt. In den 90er Jahren spielte er in der ebenfalls legendären Serie Babylon 5 den eiskalten und gewissenlosen Psi-Polizisten Alfred Bester – und das so gut, dass der freundliche Chekov dahinter verschwand.

Auch Patrick Stewart hat noch weiteren Charakteren sein Gesicht und seine Ausstrahlung geliehen. Zuerst wurde ich auf Stewart aufmerksam, in dem Film Lifeforce – Die tödliche Bedrohung, wo er die Nebenrolle des Dr. Armstrong verkörperte. Auch in David Lynchs Dune von 1984 spielte er die prägende Nebenrolle von Gurney Halleck. In den 80er-Jahren hatte er noch weitere Auftritte, die mir im Gedächtnis geblieben sind, in Der kleine Lord und in Excalibur.

Der jüngeren Generation wird er natürlich als Charles Xavier in Erinnerung bleiben, der Gründer der Marvel-Superheldengruppe X-Men. 


Doch keine Rolle prägte Stewart so sehr wie die von Captain Picard. Der Nachfolgecaptain von James T. Kirk hätte unterschiedlicher nicht sein können. Nach einem westernheldenhaften, lockeren Captain, erhielt die Enterprise mit Jean-Luc Picard einen anfangs eher steifen und zurückhaltenden Captain. Wo Kirk noch draufhaute, versuchte es Picard mit Diplomatie. Zugegeben, zuerst habe ich meinen alten Captain vermisst. Ich habe ein paar Staffeln TNG gebraucht, um mich mit Picard anzufreunden. Heute finde ich diese charakterliche Abgrenzung zu Kirk einen gelungenen Schachzug.


Picard ist nicht in die Fußstapfen von Kirk getreten, sondern er konnte seine eigenen Fußstapfen setzen. Das war auch Patrick Stewart zu verdanken.


„Lebe lang und in Frieden“ – der erste Teil dieses vulkanischen Grußes hat sich bei Steward und Koenig erfüllt. Ich hoffe, dass auch der zweite Teil ihr Leben begleitet hat. Beide habe ich nie persönlich getroffen. Trotzdem werde ich sie vermissen. 

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Über Michael Sagenhorn

Im bürgerlichen Leben: Michael Schnitzenbaumer, lebt in Poing bei München, mit seiner Frau Steffi und seinen beiden Kindern Tatjana und Sebastian. Beruflich ist er als Webentwickler tätig. Nachdem ihm das Leben eine längere Pause in der Schriftstellerei aufgezungen hat, startete er 2025 wieder durch und publiziert seine Fantasy-Romane. Neben den Hobbys 'Fotografie', 'Reisen und 'Figurenbemalung' sieht er für sein Leben gerne phantastische Filme oder liest phantastische Romane. Sofern es seine Zeit zulässt, fröhnt er auch seiner zweiten Leidenschaft neben der Schriftstellerei: Digital-Art, mit und ohne Hilfe von KI. Auch hier kann er zahlreiche Veröffentlichungen vorweisen. Was ich mag! Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Empathie, Romantik - Ohrenstöpsel und Tante Gretels Apfelkuchen. Was ich nicht mag! Verrat, Geldgier (obwohl ich gegen Geld oder Reichtum gar nichts einzuwenden habe), Egomanie - früh aufstehen.

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